Ratgeber
Wie viele Fragen hat die Theorieprüfung Klasse B?
Die kurze Antwort: 30. Die nützliche Antwort ist länger, denn die 30 Fragen sind fest aufgeteilt, sie sind unterschiedlich viel wert, und ob du bestehst, hängt nicht an der Zahl der Fehler, sondern an ihrem Gewicht. Hier steht der komplette Aufbau, mit der Stelle, an der er geregelt ist.
- Rechtsstand geprüft am 27. August 2026
- Fahrerlaubnis-Verordnung in der Fassung vom 12. August 2026

30 Fragen, aufgeteilt in 20 und 10
Ein Prüfungsbogen für den Ersterwerb der Klasse B besteht aus 30 Fragen. 20 davon stammen aus dem Grundstoff, den jeder Fahrerlaubnisbewerber beherrschen muss, 10 aus dem Zusatzstoff für die Klasse B. Die Zahl 30 ist keine Fahrschulfolklore, sie steht mit der Bewertung und der Grenze zum Bestehen in Anlage 7 zur Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Die Aufteilung in 20 und 10 steht dort allerdings nicht. Woher sie stammt, trennt der nächste Abschnitt sauber ab.
GrundstoffZusatzstoff
Der Grundstoff deckt ab, was unabhängig vom Fahrzeug gilt: Vorfahrt und Vorrang, Geschwindigkeit, Abstand, Verkehrszeichen, Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern, Alkohol und andere berauschende Mittel. Der Zusatzstoff dreht sich um das, was speziell am Pkw hängt: Ladung und Sicherung, Anhängerbetrieb, Reifen, Beleuchtung und die technischen Anforderungen deiner Klasse.
Alles auf dieser Seite gilt für den Ersterwerb. Wenn du schon eine Fahrerlaubnis besitzt und nur erweiterst, bekommst du einen anderen Bogen mit anderen Zahlen. Der eigene Abschnitt weiter unten rechnet ihn durch.
Woher die Zahl 30 kommt
Anlage 7 zur FeV, Nummer 1.2.2, führt eine Tabelle, und jede Zeile darin nennt genau drei Zahlen: wie viele Fragen ein Bogen hat, wie viele Punkte er insgesamt trägt und wie viele Fehlerpunkte höchstens erlaubt sind. Für den Ersterwerb der Klasse B lauten diese drei Zahlen 30, 110 und 10.
An einigen Zeilen dieser Tabelle hängt zusätzlich eine Fußnote: Die Prüfung ist auch dann nicht bestanden, wenn zwei Fragen mit der Wertigkeit 5 falsch beantwortet wurden. An der Zeile für die Klasse B hängt sie. An anderen Zeilen hängt sie nicht. Dieser Unterschied ist der Grund, warum ein allgemein gehaltener Satz über die Theorieprüfung fast immer für irgendeine Klasse falsch ist.
Eines steht dort ausdrücklich nicht: die Aufteilung in 20 Fragen Grundstoff und 10 Fragen Zusatzstoff. Die folgt der Prüfungsrichtlinie und nicht der Verordnung. Wir schreiben sie hin, weil sie den Bogen beschreibt, den du bekommst, und wir sagen dazu, woher sie stammt. Wer dir die 20 zu 10 als Wortlaut der Verordnung verkauft, hat die Anlage nicht gelesen.
Denselben Vorbehalt machen wir bei der Frage, welche Themen zum Zusatzstoff einer Klasse gehören. Die Gliederung, nach der unsere Übungsfragen sortiert sind, ist unsere eigene und keine amtliche Stoffliste. Die Zahlen dieser Seite sind amtlich, die Schubladen darunter sind es nicht.
Nicht jede Frage ist gleich viel wert
Jede Frage trägt eine feste Wertung zwischen 2 und 5 Fehlerpunkten. Die Punktzahl steht vor der Prüfung fest und richtet sich danach, wie gefährlich ein Fehler in dieser Situation wäre. Eine Frage zu den Papieren, die du dabeihaben musst, wiegt weniger als eine Frage zur Vorfahrt an einer unübersichtlichen Kreuzung.
Teilpunkte gibt es nicht. Eine Frage ist richtig oder falsch, und richtig ist sie nur, wenn deine Auswahl exakt der richtigen Auswahl entspricht. Kreuzt du bei einer Frage mit zwei richtigen Antworten nur eine an, ist die ganze Frage falsch und die volle Punktzahl wird dir angeschrieben. Kreuzt du eine Antwort zu viel an, ebenso. Eine übersprungene Frage zählt wie eine falsche.
110 Punkte, und was du abgeben darfst
Die dritte Zahl der Anlage wird fast nie zitiert, und sie ordnet die beiden anderen erst richtig ein: Der Bogen für den Ersterwerb der Klasse B trägt insgesamt 110 Punkte. Erlaubt sind 10 Fehlerpunkte. Du darfst also 9,1 % des Gewichts liegen lassen, das auf diesem Bogen liegt, und musst gut neun Zehntel davon einsammeln.
Aus derselben Zahl folgt der Schnitt. 110 Punkte auf 30 Fragen sind im Mittel gut dreieinhalb Fehlerpunkte je Frage. Ein Prüfungsbogen besteht also nicht überwiegend aus billigen Fragen mit 2 Punkten, sein Schwerpunkt liegt näher an 4. Wer mit fünf kleinen Fehlern kalkuliert und meint, damit sein Polster erst zur Hälfte aufgebraucht zu haben, rechnet mit einem Bogen, den es so nicht gibt.
Zwei Einschränkungen dazu, damit die Zahl nicht mehr behauptet, als sie hergibt. Erstens beschreibt die Punktsumme den amtlichen Bogen und nicht unsere Übungsfragen: Die tragen ihre eigene Gewichtung und kommen nicht zwingend auf dieselbe Summe. Zweitens ist der Mittelwert eine Rechnung und keine Vorschrift. Welche einzelne Frage bei dir 2 und welche 5 Punkte wiegt, legt die Anlage nicht fest.
Wann du bestanden hast
Bestanden hast du, wenn du höchstens 10 Fehlerpunkte gesammelt hast. Dazu kommt eine zweite Bedingung, die viele erst nach der Prüfung erfahren: Zwei falsch beantwortete Fragen mit je 5 Fehlerpunkten bedeuten durchgefallen, auch wenn du damit exakt bei 10 Punkten landest und sonst alles richtig hast. Beide Bedingungen stehen in Anlage 7 zur FeV und müssen beide erfüllt sein.
Deshalb ist die Zahl 30 für deine Vorbereitung weniger wichtig als die Verteilung der Punkte. Wie die Wertung im Detail funktioniert, mit Rechenbeispielen für die Grenzfälle, steht im Ratgeber zu den Fehlerpunkten in der Theorieprüfung.
Dieselbe Prüfung, andere Zahlen
Die 30 gilt für den Ersterwerb der Klasse B. Anlage 7 führt aber mehrere Zeilen, und die Zahlen darin gehen weit auseinander. Der kürzeste Bogen hat 20 Fragen, der längste 40. Die Grenze liegt einmal bei 7 Fehlerpunkten, einmal bei 6 und sonst bei 10.
Die letzte Spalte der Tabelle ist die wichtigste, weil sie am häufigsten übersehen wird. Sie sagt, ob an dieser Zeile die Fußnote zu den zwei falschen Fragen mit 5 Fehlerpunkten hängt. Bei zwei der sieben Zeilen hängt sie nicht, dort entscheidet allein die Punktsumme.
| Klassen | Erwerb | Fragen | Punkte | Fehlerpunkte | Zwei Fünfer |
|---|---|---|---|---|---|
| AM, A1, A2, A, B, L, T | Ersterwerb | 30 | 110 | 10 | beendet die Prüfung |
| Mofa | Ersterwerb | 20 | 69 | 7 | gilt nicht |
| AM, A1, A2, A, B, L, T | Erweiterung | 20 | 72 | 6 | gilt nicht |
| C1, CE | Erweiterung | 30 | 105 | 10 | beendet die Prüfung |
| C | Erweiterung | 37 | 128 | 10 | beendet die Prüfung |
| D1 | Erweiterung | 35 | 121 | 10 | beendet die Prüfung |
| D | Erweiterung | 40 | 138 | 10 | beendet die Prüfung |
Zwei Zeilen werden ständig verwechselt. Die Klasse AM, also Roller und Kleinkraftrad, steht beim Ersterwerb in derselben Zeile wie die Klasse B: 30 Fragen, 10 Fehlerpunkte, Fußnote inklusive. Die Prüfbescheinigung fürs Mofa ist etwas ganz anderes und hat ihre eigene Zeile: 20 Fragen, 69 Punkte, 7 Fehlerpunkte, und ohne Fußnote.
Die Klassen C, C1, CE, D und D1 tauchen in der Tabelle nur unter Erweiterung auf. Das ist kein Versehen der Anlage: Diese Klassen setzen eine bestehende Fahrerlaubnis voraus, einen Ersterwerb gibt es dort also gar nicht.
Wenn du erweiterst: 20 Fragen, 6 Fehlerpunkte
Wer schon eine Fahrerlaubnis hat und eine der Klassen AM, A1, A2, A, B, L oder T dazu holt, schreibt einen anderen Bogen: 20 Fragen statt 30, 72 Punkte statt 110 und höchstens 6 Fehlerpunkte statt 10. Der Grundstoff wird nicht noch einmal in voller Breite abgefragt, weil du ihn bei der ersten Fahrerlaubnis schon nachgewiesen hast.
Kürzer heißt aber nicht leichter, und genau hier verrechnen sich viele. Zieh die beiden Zahlenpaare ins Verhältnis: Beim Ersterwerb darfst du 9,1 % des Bogengewichts abgeben, bei der Erweiterung nur 8,3 %. Gemessen an dem, was auf dem Bogen liegt, ist die Erweiterungsprüfung die strengere von beiden.
Dafür fällt eine Regel weg. An dieser Zeile hängt die Fußnote nicht, die Zahl der falschen Fragen mit 5 Fehlerpunkten wird hier also gar nicht gezählt. Praktisch macht das wenig aus, denn zwei falsche Fünfer wären 10 Fehlerpunkte und lägen damit ohnehin über der Grenze von 6. Die Rechnung sagt dir trotzdem etwas: Eine einzige falsche Frage mit 5 Punkten frisst hier fünf Sechstel deines gesamten Polsters.
Erweiterung heißt in dieser Tabelle immer: Du hattest zum Zeitpunkt der Prüfung bereits eine Fahrerlaubnis. Wurde sie dir entzogen und wird neu erteilt, ist das keine Erweiterung.
Videofragen zählen mit
Ein Teil der Fragen zeigt dir kein Standbild, sondern eine kurze Videosequenz aus der Fahrerperspektive. Das Video läuft ohne Ton, du kannst es nicht anhalten und nur begrenzt oft neu starten. Wie oft, zeigt dir die Prüfungssoftware direkt an. Erst danach erscheinen die Antwortmöglichkeiten.
Videofragen sind keine Sonderkategorie, sie sind normale Fragen mit normaler Wertung. Der Unterschied liegt im Kopf: Du musst die Situation beim Zusehen erfassen, statt in Ruhe ein Bild abzuarbeiten. Wer nur Fragenlisten auswendig lernt, stolpert genau hier.
Für die Wertung ändert das nichts, und das ist der Grenzfall, nach dem regelmäßig gefragt wird: Eine Videofrage trägt dieselbe feste Wertung wie jede andere Frage, sie kann also auch 5 Fehlerpunkte wiegen. Ist sie falsch und wiegt sie 5 Punkte, zählt sie für die Regel zu den zwei Fünfern voll mit. Es gibt keine getrennte Videowertung, keinen zweiten Punktestand und keinen Bonus dafür, dass du das Video nicht anhalten konntest.
Wie viele Videofragen auf deinem Bogen liegen, sagen wir hier nicht. Anlage 7 nennt keine Zahl dafür, und was wir nicht am amtlichen Text nachlesen können, schreiben wir auch nicht hin. Rechne damit, dass welche kommen, und übe sie wie normale Fragen.
Wie lange die Prüfung dauert
Die Theorieprüfung ist kein Zeitrennen. Die Prüfstelle setzt den Zeitrahmen, und die Software zeigt ihn dir am Bildschirm an. Für 30 Fragen ist er so bemessen, dass du jede Frage in Ruhe lesen kannst, auch die langen Fallfragen mit drei Antwortzeilen.
Plane trotzdem mehr Zeit ein als reine Prüfungszeit. Zwischen Ankunft, Ausweiskontrolle, Zuteilung eines Platzes und dem Ergebnis vergeht spürbar mehr, als die Prüfung selbst dauert. Wer den Termin auf die Minute vor eine Schicht legt, macht sich das Leben unnötig schwer.
Wo du die 30 Fragen beantwortest
Die Prüfung läuft am Bildschirm, an einem Rechner oder Tablet der Prüfstelle. Papierbögen mit Ankreuzfeldern gibt es nicht mehr. Abgenommen wird sie von einer amtlich anerkannten Technischen Prüfstelle, in der Praxis von einer TÜV-Gesellschaft oder von der DEKRA. Welche der beiden für dich zuständig ist, hängt an deinem Bundesland und deiner Prüfstelle, nicht an deiner Fahrschule.
Am Ablauf ändert das nichts: Beide arbeiten mit demselben amtlichen Fragenkatalog und derselben Wertung. Den ganzen Weg von der Anmeldung bis zum Ergebnis beschreibt der Ratgeber zum Ablauf der Theorieprüfung.
Drei Irrtümer über die 30 Fragen
30 Fragen sind nicht 30 Punkte
Der Bogen trägt 110 Punkte, nicht 30. Wer die Zahl der Fragen für den Maßstab hält, denkt automatisch in Prozent richtiger Antworten, und dieser Maßstab existiert in der Prüfung nicht. Gezählt wird Gewicht, und das Gewicht ist ungleich verteilt.
Der Zusatzstoff ist nicht der schwere Teil
Die 10 Zusatzstofffragen sind nicht automatisch die teuren. Die Wertung hängt an der einzelnen Frage und nicht an dem Topf, aus dem sie gezogen wird. Anlage 7 ordnet den beiden Gruppen überhaupt keine Punktzahl zu, sie kennt die Aufteilung ja nicht einmal. Eine Vorfahrtfrage aus dem Grundstoff kann dich mehr kosten als jede Frage zur Ladungssicherung.
Nicht angekreuzt ist nicht neutral
Eine Frage ohne Kreuz zählt als falsch, und zwar mit ihrer vollen Punktzahl. Es gibt keinen Zustand zwischen richtig und falsch, es gibt keine Enthaltung und es gibt keinen Abzug fürs Raten. Wer eine Frage offen lässt, weil er unsicher ist, wählt damit garantiert die teuerste Variante.
Was das für dein Lernen heißt
Zähle beim Üben nicht die Fehler, sondern die Punkte. Wer sich merkt, dass zehn Fehler erlaubt sind, rechnet mit einem Polster, das es nicht gibt. Und wer die schweren Themen aufschiebt, sammelt genau die Fragen ein, die fünf Punkte kosten und ab dem zweiten Patzer die Prüfung beenden.
Genau deshalb bauen wir den Prüfungssimulator mit sichtbarem Fehlerpunktezähler statt mit einer Fehlerquote. Wie oft in Deutschland tatsächlich durchgefallen wird, steht mit den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes in der Statistik.
| Fragen gesamt | 30 |
|---|---|
| davon Grundstoff | 20 |
| davon Zusatzstoff Klasse B | 10 |
| Fehlerpunkte je Frage | 2 bis 5 |
| Erlaubte Fehlerpunkte | 10 |
| Sofort durchgefallen | zwei Fragen mit je 5 Punkten falsch |
Kurz gefasst
- 30 Fragen, fest aufgeteilt in 20 und 10.
- Jede Frage wiegt 2, 3, 4 oder 5 Fehlerpunkte.
- Richtig ist nur die exakt richtige Auswahl.
- Ab 11 Punkten ist die Prüfung vorbei.
- Zwei falsche Fünfer beenden sie schon bei 10.
Grundlage dieser Seite
Anlage 7 zur Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) für Aufbau, Wertung und Bestehensgrenze. Geprüft am 27. August 2026. Beträge zu Gebühren stehen hier bewusst nicht, solange wir sie nicht mit Quelle und Jahr belegen können.
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- Wie gewertet wirdNicht die Zahl der Fragen entscheidet, sondern die Summe der Fehlerpunkte.
- Übungsbögen zum MitlesenBögen im echten Mischungsverhältnis, jede Frage mit Lösung und Paragraf.
- PrüfungssimulatorEin vollständiger Bogen unter Prüfungsbedingungen, jedes Mal neu gezogen.
- Die Lkw-Klassen im VergleichDie Erweiterung auf die Klasse C hat den längsten Bogen, den wir anbieten: 37 Fragen statt 30.