Praxis
Die praktische Prüfung für die Klasse B

Überblick
Von der Theorie bis zum Ergebnis
- Schritt 1 von 6: Theorie bestanden. Sie ist die Voraussetzung und darf am Prüfungstag höchstens zwölf Monate alt sein.
- Schritt 2 von 6: Termin bekommen. Antreten darfst du frühestens einen Monat vor deinem Mindestalter.
- Schritt 3 von 6: Prüfungsfahrt. Mindestens 30 Minuten reine Fahrzeit auf einer Strecke, die du vorher nicht kennst.
- Schritt 4 von 6: Grundfahraufgaben. Dazu kommen Aufgaben wie Einparken oder eine Gefahrbremsung, zusammen mindestens 55 Minuten.
- Schritt 5 von 6: Bewertung. Zum Nichtbestehen führen Fehler, die sofort beenden, oder die Häufung leichter Fehler.
- Schritt 6 von 6: Wiederholung. Fällst du durch, darfst du in der Regel nach zwei Wochen erneut antreten.
Die Prüfung in Zahlen
Drei Werte, die vor der Fahrt feststehen
55 Minuten
dauert die Prüfung für die Klasse B mindestens
Anlage 7 Nummer 2.3 FeV
30 Minuten
davon sind reine Fahrzeit ohne Grundfahraufgaben
Anlage 7 Nummer 2.3 FeV
30,6 %
der praktischen Prüfungen wurden nicht bestanden
Berichtsjahr 2.025, alle Klassen
Dauer aus der Fahrerlaubnis-Verordnung, Anlage 7 Nummer 2.3. Quote berechnet aus den Rohwerten. Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, Statistik FE7, Berichtsjahr 2.025: 577.858 nicht bestandene Prüfungen bei 1.886.133 abgelegten. Aufgeschlüsselt nach Bundesland steht das in der Prüfungsstatistik.
Bewertung
Was in der Prüfung zählt
Der Prüfer schaut auf Verkehrsbeobachtung, Geschwindigkeit, Abstand, Fahrstreifenwechsel und darauf, wie du dich in Situationen verhältst, die du nicht geübt hast. Dazu kommen Grundfahraufgaben wie Einparken oder eine Gefahrbremsung.
Ein Fehler beendet die Prüfung nicht automatisch. Zum Nichtbestehen führen laut Verordnung zwei Dinge: Fehler, die zur sofortigen Beendigung der Prüfung führen, und die Wiederholung oder Häufung von leichten oder schweren Fehlern, die einzeln noch nicht reichen würden (Anlage 7 Nummer 2.5.2 FeV). Abgebrochen wird die Fahrt, sobald sich herausstellt, dass du den Anforderungen nicht gerecht wirst (Anlage 7 Nummer 2.5.4 FeV). Viele Prüfungen scheitern also an vielen kleinen Dingen, die zusammengenommen zeigen, dass du noch nicht allein fahren solltest.
Wenn es schiefgeht
Fällst du durch, darfst du erst nach einem angemessenen Zeitraum wieder antreten, in der Regel nach mindestens zwei Wochen (§ 18 Absatz 1 FeV). Eine Höchstzahl an Versuchen nennt die Fahrerlaubnis-Verordnung nicht, wohl aber dein Budget: Jede Wiederholung kostet Prüfgebühr und Vorstellung erneut. Welche Posten dabei wiederkommen, steht in der Aufstellung, was der Führerschein kostet.
Die Quote oben ist keine Aussage über dich, sie zeigt dir nur, dass ein zweiter Versuch kein Ausnahmefall ist. Was sie misst und was sie nicht misst, steht im Ratgeber zur Durchfallquote.
Eckdaten
Was vor der Fahrt geregelt ist
- Prüfungsdauer insgesamt
- mindestens 55 Minuten
- Anlage 7 Nummer 2.3 FeV
- Davon reine Fahrzeit
- mindestens 30 Minuten
- ohne Grundfahraufgaben, Vor- und Nachbereitung
- Frühester Termin
- 1 Monat vorher
- § 17 Absatz 1 FeV, gerechnet ab dem Mindestalter
- Wartezeit nach dem Durchfallen
- in der Regel 2 Wochen
- § 18 Absatz 1 FeV
- Zahl der Versuche
- nicht begrenzt
- in der Fahrerlaubnis-Verordnung steht keine Obergrenze
- Voraussetzung
- bestandene Theorie
- höchstens zwölf Monate alt, § 18 Absatz 2 FeV
Quelle: Fahrerlaubnis-Verordnung, § 17 Absatz 1, § 18 und Anlage 7 Nummer 2.3, Fassung vom 12. August 2026.
Weiterlesen
- Durchfallquoten in ZahlenIn der Praxis fällt ein anderer Anteil durch als in der Theorie, aufgeschlüsselt nach Bundesland.
- Wie lange die Theorie giltZwischen bestandener Theorie und praktischer Prüfung liegt eine harte Frist aus der FeV.
- Was der Führerschein kostetDie Prüfungsfahrt ist der teuerste Einzelposten im ganzen Verfahren.
- Warum so viele durchfallenWas die Quote misst und was sie über deine eigene Prüfung nicht sagt.