Ratgeber
Wie hoch die Durchfallquote beim Führerschein wirklich ist
Über die Durchfallquote wird viel geredet und wenig gezählt. Gezählt wird sie beim Kraftfahrt-Bundesamt, das jede in Deutschland abgelegte Fahrerlaubnisprüfung erfasst. Hier stehen die aktuellen Werte für Theorie und Praxis, was sie genau messen, was sie nicht messen und warum sie so hoch liegen, wie sie liegen.
- Datengrundlage: Kraftfahrt-Bundesamt, Statistik FE7
- Berichtsjahr 2.025
- Alle Quoten auf dieser Seite sind aus den Rohwerten berechnet

Theorieprüfung
40,6 %
der 2.042.050 abgelegten Theorieprüfungen wurden im Berichtsjahr 2025 nicht bestanden.
Praktische Prüfung
30,6 %
der 1.886.133 abgelegten praktischen Prüfungen gingen im selben Zeitraum daneben.
Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, Statistik FE7, Berichtsjahr 2025. Beide Quoten sind von uns aus abgelegten und nicht bestandenen Prüfungen berechnet und auf eine Nachkommastelle gerundet.
Die Lage in einem Satz
Gut vier von zehn Theorieprüfungen und knapp jede dritte praktische Prüfung enden mit nicht bestanden. Das ist kein Einbruch eines schlechten Jahres, sondern das stabile Bild der letzten Jahrgänge. Wer also gerade durchgefallen ist, steht in einer sehr großen Gruppe: allein in der Theorie waren es im Berichtsjahr 2025 rund 828.324 Prüfungen.
Theorieprüfung40,6 %
Praktische Prüfung30,6 %
Hervorgehoben: nicht bestanden. Hell: bestanden.
Was diese Quote misst, und was nicht
Gezählt werden Prüfungen, nicht Personen. Wer dreimal antritt, steht dreimal in der Statistik. Die Quote sagt dir also, wie oft ein Prüfungstermin schiefgeht, und nicht, wie viele Fahrschüler am Ende ihren Führerschein bekommen. Der Anteil derer, die irgendwann bestehen, ist deutlich höher als diese Zahlen nahelegen.
Eine Person
In der Statistik
Erstprüfungen und Wiederholungen stecken zusammen in einer Zahl. Ebenso alle Fahrerlaubnisklassen: Moped, Motorrad, Anhänger, Lkw und Bus zählen mit, nicht nur die Klasse B. Und zugeordnet wird nach dem Ort der Prüfung, nicht nach deinem Wohnort.
Was die Statistik dagegen nicht enthält: eine Begründung. Sie zeigt, wo viele Prüfungen scheitern. Warum sie scheitern, steht nirgends darin, und jede Erklärung dafür ist eine Deutung, die man kennzeichnen muss.
Die Klasse B allein liegt darüber
Die Zahlen ganz oben umfassen alle Fahrerlaubnisklassen. Wer den Autoführerschein macht, will aber die eine Zeile wissen, die ihn betrifft, und die gibt der Datensatz her. Im Berichtsjahr 2025 wurden 1.189.067 Theorieprüfungen der Klasse B abgelegt, 573.042 davon gingen daneben. Das sind 48,2 %.
Die Klasse B liegt damit 7,6 Prozentpunkte über dem Wert für alle Klassen zusammen. Das ist kein kleiner Abstand, und er ist leicht zu übersehen, weil die Klasse B den Gesamtwert gleichzeitig dominiert: 58,2 % aller Theorieprüfungen im Land sind Prüfungen der Klasse B. Der Bundeswert wird also von genau dieser Gruppe nach oben gezogen und von den übrigen Klassen wieder gedämpft.
Zur Herkunft: Diese Zeile steht in Blatt FE 7.3 der Mappe des Kraftfahrt-Bundesamtes, dem Blatt nach Klassen und Wiederholung. Die Werte ganz oben stammen aus der Zeile über alle Klassen. Beide Quoten haben wir aus abgelegten und nicht bestandenen Prüfungen selbst gerechnet, sie sind also miteinander vergleichbar.
Erstprüfung und Wiederholung, getrennt gezählt
Derselbe Datensatz trennt Erstprüfungen von Wiederholungen, und erst diese Trennung erklärt die hohe Quote. Für die Klasse B sieht es im Berichtsjahr 2025 so aus: 693.034 Erstprüfungen mit 283.151 nicht bestandenen, also 40,9 %. Dazu 496.033 Wiederholungsprüfungen mit 289.891 nicht bestandenen, also 58,4 %.
Zwischen den beiden Werten liegen 17,6 Prozentpunkte. Wer zum zweiten oder dritten Mal antritt, fällt also deutlich häufiger durch als jemand, der zum ersten Mal sitzt. Und weil jede Wiederholung als eigene Prüfung gezählt wird, macht sie 41,7 % aller B-Theorieprüfungen aus und zieht die Gesamtquote spürbar nach oben.
Eine Zahl daraus ist die eigentliche Pointe: In absoluten Werten stammen mehr nicht bestandene Theorieprüfungen der Klasse B aus Wiederholungen als aus Erstversuchen, 289.891 gegen 283.151. Die Statistik misst also weniger den ersten Anlauf als das, was danach passiert.
Was daraus nicht folgt: dass Wiederholer schlechter lernen oder weniger können. Der Datensatz nennt keine Ursache. Naheliegend ist die schlichtere Erklärung, dass wer einmal knapp gescheitert ist, oft mit derselben Vorbereitung wieder antritt. Das ist eine Deutung von uns, keine Angabe des Kraftfahrt-Bundesamtes.
Zehn Berichtsjahre nebeneinander
Ob die Prüfung schwerer geworden ist, lässt sich mit einem einzelnen Jahr nicht beantworten. Das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlicht die Anteile aber über zehn Jahre, und die Reihe ist eindeutig: Über alle Klassen stieg der Anteil nicht bestandener Theorieprüfungen von 34,8 % im Jahr 2016 auf 40,6 % im Jahr 2025. Für die Klasse B von 42,7 % auf 48,2 %.
Zwei Beobachtungen dazu, die in keiner Schlagzeile stehen. Erstens liegt der Höchststand nicht am Ende der Reihe, sondern mitten darin. Zweitens sind beide Werte in den letzten beiden Berichtsjahren wieder leicht gefallen. Die Quote ist über zehn Jahre gestiegen, aber sie steigt gerade nicht.
| Jahr | Alle Klassen | Klasse B |
|---|---|---|
| 2016 | 34,8 % | 42,7 % |
| 2017 | 36,8 % | 44,0 % |
| 2018 | 36,1 % | 43,4 % |
| 2019 | 36,1 % | 43,8 % |
| 2020 | 34,1 % | 42,1 % |
| 2021 | 36,7 % | 44,2 % |
| 2022 | 38,9 % | 46,1 % |
| 2023 | 41,9 % | 49,2 % |
| 2024 | 41,3 % | 48,6 % |
| 2025 | 40,6 % | 48,2 % |
Diese Spalten sind die vom Kraftfahrt-Bundesamt selbst veröffentlichten Anteile, nicht von uns gerechnete. Das Blatt enthält keine absoluten Zahlen nicht bestandener Prüfungen, deshalb steht hier auch keine. Wer die Reihe als Beleg für strengere Prüfer liest, legt etwas hinein, was nicht darin steht: In denselben zehn Jahren hat sich auch die Zahl der abgelegten Prüfungen verändert, und wer heute antritt, ist nicht dieselbe Gruppe wie 2016.
Warum die Quote so hoch liegt
Ein einzelner Grund erklärt sie nicht. Fünf Faktoren tauchen aber in fast jeder Betrachtung auf, und der erste davon wiegt am schwersten.
Wiederholer sind der größte Hebel, und die Zahlen dazu stehen im Abschnitt weiter oben: In der Klasse B werden Wiederholungsprüfungen zu 58,4 % erneut nicht bestanden, Erstprüfungen zu 40,9 %. Weil jede Wiederholung als eigene Prüfung gezählt wird, hebt sie die Gesamtquote an.
Eine unabhängige Quelle kommt in dieselbe Größenordnung: Der TÜV-Verband nennt in seiner Auswertung aus dem Jahr 2025 für Wiederholungsprüfungen in der Theorie 56 Prozent (Quelle: TÜV-Verband, Auswertung 2025). Eins zu eins vergleichbar sind die beiden Werte trotzdem nicht, sie stammen aus verschiedenen Erhebungen mit verschiedenen Abgrenzungen. Dass zwei getrennte Quellen in dieselbe Richtung zeigen, ist der eigentliche Befund.
- Die Wertung verzeiht nichts. Eine Frage ist nur richtig, wenn die angekreuzte Menge exakt stimmt. Halb richtig gibt es nicht, und teure Fragen wiegen mehr als doppelt so schwer wie billige.
- Der Katalog bewegt sich. Der amtliche Fragenkatalog wird zweimal im Jahr überarbeitet. Wer mit veraltetem Material übt, lernt Fragen, die es so nicht mehr gibt.
- Auswendig ist nicht verstanden. Wer Antwortmuster wiedererkennt statt Regeln zu verstehen, besteht die App und scheitert an der Prüfung, weil dort andere Formulierungen stehen.
- Die Prüfung ist auch ein Lesetest. Ausschließlich, immer, in jedem Fall: einzelne Wörter drehen die richtige Antwort um. Ein erheblicher Teil der Fehler ist kein Wissensfehler.
Was in dieser Liste nicht steht: dass Prüfer strenger geworden seien oder dass eine bestimmte Prüforganisation härter prüfe. Dafür geben die Daten nichts her, und wir behaupten es deshalb nicht.
Theorie und Praxis scheitern aus verschiedenen Gründen
Die beiden Quoten sehen ähnlich aus, meinen aber Verschiedenes. In der Theorie entscheidet eine Wertung am Bildschirm: richtig oder falsch, ohne Spielraum, ohne zweite Chance innerhalb der Prüfung. In der Praxis sitzt ein Prüfer daneben, es gibt leichte und schwere Fehler, und ein einziger schwerer Fehler kann die Fahrt beenden, während sich leichte Fehler erst summieren müssen.
Für dich heißt das: Aus einem theoretischen Ergebnis lässt sich nichts über die praktische Prüfung ableiten und umgekehrt. Wer die Theorie im ersten Anlauf besteht, hat damit noch keinen Vorsprung auf der Straße. Wer sie zweimal braucht, fährt deswegen nicht schlechter. Was in der praktischen Prüfung bewertet wird, steht ausführlich unter praktische Prüfung.
Zwischen den Bundesländern liegen Welten
Der Bundeswert ist ein Mittelwert, und darunter geht es weit auseinander. In der Theorie liegt Berlin im Berichtsjahr 2025 bei 47,2 %, Hamburg bei 32,1 %. Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Landeswert liegen also 15,1 Prozentpunkte, und damit ist die Spanne zwischen den Ländern größer als der Abstand der Klasse B zum Bundeswert.
Welches Land wo steht, mit abgelegten Prüfungen, nicht bestandenen Prüfungen und der daraus gerechneten Quote, zeigt unser Durchfallquoten-Explorer. Dort ist die Tabelle nach jeder Spalte sortierbar und der Bundesschnitt als Linie eingezeichnet.
Eine Warnung dazu: Ein hoher Landeswert ist kein Urteil über die Prüfstellen dort. Verkehrsdichte am Prüfort, Prüfstrecken, Altersstruktur und der Anteil der Wiederholer wirken alle mit, und keiner dieser Faktoren steht im Datensatz. Wer eine Ländertabelle in eine Rangliste der Prüforganisationen umrechnet, erfindet die Hälfte dazu.
Was du persönlich damit anfängst
Eine hohe Quote ist keine Prognose für dich. Sie ist ein Hinweis darauf, dass diese Prüfung anders funktioniert, als viele annehmen: Sie gewichtet Fragen unterschiedlich schwer, sie wertet eine unvollständige Antwort wie eine falsche, und sie lässt sich mit dem Wiedererkennen von Antwortmustern nicht zuverlässig bestehen.
Genau daran kannst du ansetzen. Übe mit laufendem Punktestand statt mit einer Fehlerzahl, nimm dir gezielt die teuren Themen vor und mach ganze Durchläufe statt Einzelfragen. Unser Prüfungstraining rechnet dafür wie die Prüfung selbst. Wenn es beim ersten Mal schiefgegangen ist, hilft dir der Ratgeber durchgefallen, was nun weiter.
| Theorie abgelegt | 2.042.050 |
|---|---|
| davon nicht bestanden | 828.324 |
| Quote Theorie | 40,6 % |
| Praxis abgelegt | 1.886.133 |
| davon nicht bestanden | 577.858 |
| Quote Praxis | 30,6 % |
In jeder Quote steckt
- Erstprüfungen und Wiederholungen zusammen.
- Alle Fahrerlaubnisklassen, nicht nur die Klasse B.
- Ein volles Kalenderjahr, hier das Berichtsjahr 2025.
- Rechenweg: nicht bestandene Prüfungen geteilt durch abgelegte Prüfungen.
Häufig gefragt
- Gilt die Quote auch für die Klasse B allein?
- Nein, die Werte oben umfassen alle Klassen. Die Klasse B allein liegt in der Theorie bei 48,2 %, siehe den eigenen Abschnitt dazu.
- Wird die Prüfung schwerer?
- Der Anteil nicht bestandener Theorieprüfungen ist seit 2016 gestiegen, in den letzten beiden Berichtsjahren aber wieder gefallen. Die Reihe steht als Tabelle auf dieser Seite. Eine Aussage über die Schwierigkeit der Prüfung folgt daraus nicht.
- Sind Wiederholer wirklich schlechter?
- Sie fallen häufiger durch, um 17,6 Prozentpunkte in der Klasse B. Warum, sagt der Datensatz nicht. Wer nach dem ersten Versuch die Art des Übens ändert, verlässt diese Gruppe.
Direkt weiter
- Alle 16 Bundesländer im Vergleich mit sortierbarer Tabelle.
- Praktische Prüfung: Ablauf und was bewertet wird.
- Fehlerpunkte im Detail, inklusive der Regel zu den beiden Fünfern.
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